Babytrage: Anfänger-Guide für Tragetücher und Tragehilfen

Babytrage: Anfänger-Guide für Tragetücher und Tragehilfen
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Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sein Baby oder Kleinkind zu tragen und es ist als blutiger Anfänger nicht einfach sich unter den Begrifflichkeiten der Babytragewelt zurechtzufinden. Wir haben daher für euch eine Übersicht über die verschiedenen Tragemöglichkeiten zusammengestellt. Für die versierten Träger(innen) unter euch mag die folgende Darstellung sehr vereinfacht wirken, aber für diejenigen, die sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen, geben die folgenden Ausführungen einen schnellen, übergeordneten Überblick über die Welt der Tragetücher und Tragehilfen.

Tragetuch Kopfhöhe
Kopf in Kusshöhe (Fidella Fly Tai Babysize von Fidella zur Verfügung gestellt) und Ringsling. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)

Generelle Infos zum Tragen eines Kindes

Es gibt einige Faustregeln, die man beim Tragen eines Babys oder eines Kleinkindes beachten sollte:

  1. Das Baby sollte so hoch sitzen, dass man den Kopf des Kindes küssen kann.
  2. Das Baby muss zu jeder Zeit ausreichend Frischluft bekommen.
  3. Das Baby sollte nie von den Eltern abgewandt, sondern immer mit dem Gesicht zur Brust/zum Rücken getragen werden
  4. Das Baby sollte aufrecht und symmetrisch sitzen, um unnötigen Druck auf eine einzelne Körperseite zu vermeiden.
  5. Der Kopf muss gestützt werden und der Rücken sollte schön rund sein.
  6. Das Baby sollte in einer sogenannten Anhock-Spreiz-Haltung sitzen. Das entspricht der Position, die ein neugeborenes Kind automatisch einnimmt, wenn es hochgehoben wird. In dieser Position sind die Beine angehockt, sodass sich die Knie des Kindes auf Nabelhöhe befinden. Gleichzeitig sind die Oberschenkel abgespreizt. Die Knie befinden sich also höher als der Po. Durch diese Haltung werden die Hüftgelenke des Kindes gleichmäßig belastet.
  7. Ein Tragetuch kann so gebunden werden, dass es perfekt zum Baby passt. Bei den Tragehilfen sollte man darauf achten, dass sie gut einstellbar sind. Nur so lassen sie sich optimal für das jeweilige Baby bzw. Kleinkind anpassen. Der Steg, also das Stoffstück worauf das Baby sitzt, sollte von Kniekehle zur Kniekehle gehen, ohne hierbei irgendwo zu drücken oder zu klemmen. Auch das Rückenteil muss in der Länge zum Kind passen.
  8. Tragetuchstoff passt sich dem Kind am besten an.
  9. Das Tragen sollte sowohl für das Baby als auch für die Eltern bequem und angenehm sein.
Tragetuch Steg
Der Steg stützt das Baby von Kniekehle zur Kniekehle. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)

Tragetücher und Tragehilfen: Eine Übersicht über die verschiedenen Typen und Varianten

Um kurz einen Überblick darüber zu bekommen, was es nun für verschiedene Tragemöglichkeiten am Markt gibt, haben wir eine Übersicht für euch zusammengestellt. 

TypVerwendbar von/bisBesteht aus Tragetuch?BefestigungsartTragemöglichkeiten
Elastisches TragetuchAb Geburt bis ca. 8-10 kgJa (Jersey)Wird gebunden/geknotetBauch, Rücken, Seite/Hüfte
Gewebtes TragetuchAb Geburt bis Ende der TragezeitJaWird gebunden/geknotetBauch, Rücken, Seite/Hüfte
Ring-SlingAb Geburt bis Ende der TragezeitJaWird durch zwei Ringe gezogen und dadurch fixiertBauch, Rücken, Seite/Hüfte
Mei Tai (urspr. Meh Dai/Bei Dai)Je nach Modell ab Geburt bis Ende der TragezeitJaWird entweder gebunden/geknotet oder festgeschnalltBauch, Rücken
Wrap ConversionJe nach Modell ab Geburt bis Ende der TragezeitJaWird gebunden/geknotetBauch, Rücken
Half-Buckle (Mei Tai Hybrid)Je nach Modell ab Geburt bis Ende der TragezeitJaHüftgurt wird mit einer Schnalle fixiert, Schulterträger gebunden/geknotetBauch, Rücken
Full-Buckle (Mei Tai Hybrid)Je nach Modell ab Geburt bis Ende der TragezeitJaHüftgurt und Schulterträger werden mit Schnallen fixiertBauch, Rücken
OnbuhimoAb spätem Sitzalter bis Ende der TragezeitJaGebunden/geknotet, mit Schnallen oder Ringen fixiertRücken
PodaegiAb Geburt bis Ende der TragezeitJaWird Gebunden/geknotetBauch, Rücken
KomforttrageJe nach Modell ab Sitzalter bis Ende der TragezeitNeinHüftgurt und Schulterträger werden mit Schnallen fixiertBauch, Rücken, begrenzt Seite/Hüfte

Tragetücher

Gerade in den ersten Monaten ist ein Baby besonders gut in einem Tragetuch aufgehoben, da es sich hier besonders dicht an Mama oder Papa anschmiegen kann. So kann es sich langsam und behutsam an die neue Umgebung gewöhnen.

Elastisches Tragetuch / Jersey Tragetuch

Das elastische Tragetuch wird besonders gern für Neugeborene und etwas ältere Säuglinge verwendet. Es handelt sich hierbei um ein langes, elastisches Tuch, welches sich relativ leicht binden lässt. Der Vorteil hieran ist, dass man das Tuch morgens vorbinden und das Baby bei Bedarf hinein- und herausnehmen kann. Man sollte hier natürlich stets darauf achten, dass das Baby immer stabil und korrekt sitzt und das Tragetuch bei Bedarf nachziehen oder neu binden. Wenn das Baby schwerer wird, bietet das elastische Tragetuch nicht genügend Halt, weil das Material nachgibt. Das Tragen wird für die Eltern dann irgendwann unangenehm.

Gewebtes Tragetuch

Bei einem gewebten Tragetuch handelt es sich um ein festeres Tuch, welches nur in der Diagonale nachgibt. Dieses Tuch ist sehr vielseitig und kann ab Geburt verwendet werden. Es ist für einen Anfänger allerdings oft nicht ganz so einfach zu binden wie das elastische Tuch. Dafür kann man es solange verwenden wie man möchte. Denn durch die vielen Möglichkeiten das Tuch zu binden kann man auch das höhere Gewicht eines Kleinkindes gut auf Hüfte und Rücken verteilen. Je nach Material des Tuchs benötigt es womöglich etwas Zeit, bis das Tuch eingetragen ist und sich dem Kind und den Eltern ordentlich angepasst hat.

Tragetuch Bindeweise
Verschiedene Bindeweisen: Charlie’s Cross Carry mit Ring und Double Hammock Bindeweise auf dem Rücken. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)

Tragehilfen

Viele Eltern möchten ihr Baby gern tragen, trauen sich aber nicht an das Binden der Tragetücher heran. Für genau diese Eltern sind Tragehilfen eine tolle Alternative zum Tragetuch. Auch für Eltern, die gern Tragetücher nutzen, können Tragehilfen eine sinnvolle Ergänzung sein.

Ring Sling / Sling

Beim Ring Sling (teilweise auch einfach nur Sling genannt) handelt es sich um ein kurzes, gewebtes Tragetuch. Das eine Ende ist an zwei Ringen festgenäht, während das andere Ende des Tuchs offen ist. Durch das Einfädeln der offenen Seite durch die Ringe formt sich das Tuch zu einem Kreis. Der Ring Sling wird dann über eine Schulter gelegt und das Kind im Sling platziert. Das Tragetuch wird anschließend über die Ringe gestrafft und festgezogen. Auf diese Weise kann man schnell und einfach eine Trage für das Baby schaffen, was den Ring Sling besonders bei denjenigen beliebt macht, die besonders schnell auf eine Tragehilfe zurückgreifen möchten. Dieses System ist gerade für relativ leichte Babys geeignet, wobei die Tragezeiten eher kurz sind. Aufgrund der einseitigen Belastung durch die Ringe ist es für viele unangenehm, die Kinder lange herumzutragen insbesondere dann, wenn die Kinder etwas schwerer sind. Der Ring Sling ist daher eine ideale Ergänzung zu einem Tragetuch oder einer Tragehilfe.

Tragehilfe Ring Sling
Ring Sling im Einsatz. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)

Mei Tai

Der Mei Tai stammt ursprünglich aus Asien. Der ursprüngliche Name für die Tragehilfe lautet Meh Dai oder Bei Dai. Er hat ein fast rechteckiges Rückenteil, woran vier Bänder angebracht sind. Zwei der Bänder bilden einen Hüftgurt, während die anderen beiden als Schulterträger eingesetzt werden. Sowohl der Hüftgurt als auch die Träger sind bei vielen Modellen gepolstert. Der Vorteil des Mei Tai ist, dass er einfacher  anzulegen ist als ein Tragetuch. Er hat aber trotzdem die positiven Eigenschaften eines Tragetuchs und passt sich ideal dem Körper der kleinen Kinder an.

Viele Mei Tais sind verstellbar, so dass man sowohl den Steg zwischen den Knien des Babys als auch das Rückenteil anpassen kann. Oftmals sind diese Tragehilfen noch mit einem Sonnenschutz ausgestattet, der gleichzeitig als Nackenunterstützung verwendet werden kann.

Eine Mei Tai-Tragehilfe gibt es in unterschiedlichen Varianten:

Wrap Conversion (Mei Tai)

Bei der Wrap Conversion handelt es sich im Grunde genommen um eine Tragehilfe, die aus einem Tragetuch (Wrap) konvertiert oder gefertigt wurde. Umgangssprachlich bezeichnet es aber einen Mei Tai, der vollständig aus Tragetuch besteht. Auch hier gibt es ein fast rechteckiges Rückenpanel mit vier Tuchsträngen. Die Wrap Conversion besitzt einen Hüftgurt, der geknotet wird. Die Schulterträger sind meist aus einer halben Tuchbreite hergestellt und müssen ähnlich wie das Tragetuch festgezogen und geknotet werden. Zur optimalen Gewichtsverteilung kann man diese über den Schultern auffächern, um das Gewicht des Kindes optimal auf den gesamten Körper zu verteilen.

Eine Wrap Conversion ist für mehrere Tragepersonen geeignet, da man diese Trageform den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben entsprechend knoten kann und nicht erst Voreinstellungen vornehmen muss, da sie eh bei jedem Anlegen neu geknotet wird. Sie ist außerdem sehr gut für kleine Babys geeignet, da man die Tragehilfe so binden kann, dass der Gurt keinen Druck auf die Hüfte des Babys ausübt.

Mei Tai Babytrage
Mei Tai Wrap Conversion. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)

Half-Buckle (Mei Tai Hybrid)

Ein Half-Buckle ist eine Hydbrid-Form eines Mei Tai, bei dem die Hüftgurte nicht geknotet sondern mit Schnallen oder Klettverschlüssen geschlossen werden. Die Schulterträger des Half-Buckle bestehen aus Tragetuch und müssen gebunden und geknotet werden. Dieses Modell hat den Vorteil, dass es sich durch die Schnallen- bzw. Klettverschlüsse relativ schnell anlegen und individuell anpassen lässt. Der Hüftgurt ist meistens verstärkt und gepolstert. Auf diese Weise verteilt der Hüftgurt das Gewicht des Babys gleichmäßig auf die Hüften und entlastet so die Schulter der tragenden Person. Dies bedeutet gleichzeitig aber auch, dass diese Tragehilfe sich dem Baby nicht ganz so gut anpasst und ggf. etwas Druck auf die Hüfte des Babys ausübt.

Full-Buckle (Mei Tai Hybrid)

Bei einem Full-Buckle, auch ein Hybrid der Mei Tai, wird der Hüftgurt, genau wie beim Half-Buckle, mit Schnallen geschlossen. Der Unterschied zum Half-Buckle besteht darin, dass auch die Schulterträger mit Schnallen verschlossen werden. Um das Gewicht optimaler auf die tragende Person zu verteilen, gibt es meist noch eine Schnalle zwischen den Schulterblättern. Neben der Gewichtsverteilung sorgt diese außerdem dafür, dass die Schulterträger nicht von den Schultern abrutschen können.

Sowohl Half- als auch Full-Buckle besitzen die Vorteile eines Tragetuches, da sich das Tuch dem kindlichen Körper ideal anpasst. Durch die fest installierten Schnallen lassen sie sich allerdings nicht ganz so optimal an das Kind anpassen wie die Wrap Conversion. Dafür sind sie schneller angelegt und besonders für Eltern geeignet, die keine Geduld für das Binden und Knoten aufbringen, aber trotzdem ergonomisch tragen möchten.

Onbuhimo

Ein Onbuhimo oder auch kurz Onbu ist eine Rückentrage ohne Hüftgurt, die ursprünglich aus Japan stammt. Diese Trage trägt man wie einen Rucksack. Sie ist besonders für Kleinkinder geeignet, die zwischendurch eine Laufpause benötigen. Diese Tragehilfe ist erst ab dem Sitzalter geeignet, da das Gewicht des Kindes nur über die beiden Schulterträger verteilt wird. Aus diesem Grund ist der Druck auf den Rücken für Neugeborene und kleine Babys, die noch nicht sitzen können, zu hoch.

Der Onbu ist schnell angelegt, aber viele Eltern können ihn nicht über einen längeren Zeitraum tragen, da die Belastung ausschließlich auf den Schultern liegt und das Gewicht des Kindes sehr schnell und deutlich spürbar ist. Dieses Modell ist jedoch ein idealer Begleiter, wenn zwischendurch eine kurze Tragestrecke überwunden werden muss. Der Onbu wird auch gern von schwangeren Frauen verwendet, da der Hüftgurt entfällt und der Bauch der Schwangeren nicht beeinträchtigt wird. Es gibt viele verschiedene Variationen des Onbu, die mit Hilfe von Schnallen, durch Binden und Knoten oder sogar über Ringe angelegt und gesichert werden.  

Tragehilfe Onbuhimo
Onbu. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)

Podaegi

Beim Podaegi handelt es sich um eine Tragehilfe aus Korea. Sie besitzt keinen Hüftgurt und kann auf dem Rücken oder auf dem Bauch getragen werden. Der Beutel, in dem das Kind sitzt, wird gebildet, indem man die Schulterträger unter dem Po des Kindes kreuzt und hinten oder vorn festknotet. Der Vorteil an dieser Tragehilfe ist, dass sie sich sehr gut an das Baby und den Träger anpassen lässt. Außerdem ist sie sehr leicht und kompakt und passt gut in eine Wickeltasche. Man braucht allerdings etwas Übung, um den Podaegi richtig anzulegen. Durch den fehlenden Hüftgurt muss das Kind die ganze Zeit mit einem Arm festgehalten werden, bis die Gurte festgezogen wurden. Für Anfänger kann dies etwas umständlich sein.

Komfort-Tragen

Als Komfort-Trage bezeichnet man Babytragen, die sich schnell anlegen lassen, weil sie mit Schnallen ausgestattet sind. Die Komfort-Tragehilfe besitzt einen Hüftgurt, ein Rückenteil und Schulterträger, welche mit Schnallen fixiert werden. Der Vorteil an dieser Trageform ist, dass man sie sehr schnell anlegen kann. Auch ungeübte Träger fühlen sich mit dieser Art von Tragehilfen sehr schnell sehr sicher im Umgang. Außerdem sorgt der oftmals gepolsterte Hüftgurt dafür, dass das Gewicht optimal auf den ganzen Oberkörper des Trägers verteilt wird. Auf diese Weise können auch längere Tragestrecken komfortabel überwunden werden. Das Rückenteil besteht allerdings nicht aus Tragetuch, sondern aus einem festeren Stoff, welcher sich dem Rücken des Kindes nicht so gut anpasst wie ein Tragetuch. Der Rücken des Kindes kann hier also nicht die gewünschte runde Haltung einnehmen. Außerdem lässt sich der Steg oft nicht individuell einstellen, so dass das Kind nicht immer optimal und gleichmäßig von Kniekehle zu Kniekehle gestützt wird. Wenn das Kind aber schon allein aufrecht und frei sitzen kann, ist die Komfort-Trage eine gute Alternative zu den obengenannten Tragehilfen aus Tragetuch.

Zu den bekannten Herstellern von Komfort-Tragen zählen z.B. Ergobaby, Manduca oder Babybjörn.

Komforttrage
Manduca im Einsatz und Ergobaby zum Schnallen

Begriffe aus der Trage-Welt - Ein kleines Lexikon für Anfänger

Wenn man auf den Internetseiten von Tragetuch-Herstellern, in Onlineshops oder in Facebook-Gruppen herumstöbert, um sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen oder sich ein Produkt auszusuchen, trifft man immer wieder auf Begriffe, die man als Neuling noch nie gehört hat und womit man nichts anzufangen weiß. Wir haben daher für euch eine Liste mit den am häufigsten verwendeten Begriffen aus der Trage-Welt zusammengestellt.

Wenn man auf der Suche nach einem Tragetuch oder einer Tragehilfe aus Tragetuch ist, wird man höchstwahrscheinlich mit folgenden Begriffen konfrontiert:

  • Apron / Non-Apron: Diese Begriffe beschreiben, wie der Hüftgurt eines Mei Tai platziert werden kann. Apron ist für das Tragen von Neugeborenen und kleinen Babys die richtige Bindeart, denn hier wird der Hüftgurt einmal umgeklappt, so dass das Baby höher positioniert und das Rückenteil entsprechend verkürzt wird. Bei der Bindeart Non-Apron wird der Hüftgurt ohne umfalten angelegt, sodass das Kind in der vollständigen Rückenlehne getragen wird.  
  • Base-size: Wenn man von Base-Size spricht, meint man die Tuchlänge des Tragetuchs. Die Base-Size ist die Bezeichnung für die Tragetuchlänge, die man benötigt, um die Lieblings-Bindeart zu binden, ohne dass man hierbei zu lange Tuch-Enden übrig behält. 
  • Blend: Eine Bezeichnung dafür, aus welcher Materialmischung das Tragetuch besteht. Oft ist die Mischung in % angegeben, z.B. 55 % Baumwolle, 15 % Leinen, 30 % Bambus.
  • Eingekuschelt: Mit jedem Tragen eines Tragetuchs wird es weicher und griffiger.
  • Fadenzieher: Wenn ein kleiner Teil eines Fadens ein wenig lose geworden ist, wird dies als Fadenzieher bezeichnet. Fadenzieher haben keinen Einfluss auf die Trageeigenschaften und lassen sich in den meisten Fällen mit einer kleinen Häkelnadel schnell beheben.
  • Flächengewicht: Das Flächengewicht wird in Gramm pro Quadratmeter ausgedrückt, z.B. 205 g/m2. Es sagt etwas darüber aus, wie schwer das Tragetuch ist. Das Flächengewicht sagt jedoch nichts über Stärke und Stabilität des Tuchs aus. Das Flächengewicht kann dagegen ein Anhaltspunkt dafür sein, wie luftig ein Tuch ist. Alles unter 200 g/m2 gilt als relativ leicht und ist für wärmere Temperaturen geeignet. Mit der Erhöhung des Flächengewichts wird das Binden etwas schwieriger, da der Stoff unter Umständen weniger flexibel ist. Deswegen gilt als Faustregel, dass Tragetücher mit einem Flächengewicht ab 280 g/m2 eher für Fortgeschrittene geeignet sind.
  • Grip: Bei einem glatten Tuch ist der Stoff geschmeidiger und lässt sich einfach binden. Durch die Glätte ist es allerdings notwendig, gut nachzustraffen und zu -knoten. Ein Tragetuch mit Grip sitzt fester und ist griffiger. Wenn es geknotet wird ist es oft nicht notwendig die Bindungen und Knoten nachzuziehen. Ein Tragetuch wird mit jedem Waschgang etwas griffiger.
  • Steg: Der Steg ist das Stück Stoff, welches das Baby von Kniekehle zu Kniekehle trägt und stützt.
Tragetuch Rückentrage
Double Hammock Bindeweise. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)

Praktisches Zubehör zum Tragen

Kleine Babys und Säuglingen sollten direkt am Körper getragen werden. Größere Kinder kann man aber auch auf seiner eigenen Jacke tragen, sofern die Kinder richtig angezogen sind. Wenn man direkt am Körper trägt, reicht es das Kind so anzuziehen, wie man es zuhause tun würde, gern in Wolle oder Seide. Welches Zubehör sinnvoll sein kann, zeigen wir euch hier:

Zubehör für die Übergangszeit und den Winter

  • Tragejacke: Ein komplettes Jackensystem. Neben der Jacke gibt es einen Einsatz für das Tragen, welcher über ein Reißverschlusssystem eingezippt werden kann. Oftmals gibt es auch einen Einsatz, den man während der Schwangerschaft verwenden kann. Somit ist die Jacke vielseitig einsetzbar.
  • Jackeneinsatz: Alternativ gibt es Einsätze, die man in seine eigene Jacke hineinzippen oder fixieren kann.
  • Tragecover: Das Cover wird über das tragende Baby gehängt und fixiert. Die eigene Jacke trägt man offen darüber.
  • Mutter/Kind-Schal: Hiermit kann man den Hals und Nacken der tragenden Person abdecken und gleichzeitig das Köpfchen des Kindes warmhalten
  • Fußbekleidung: Dicke Socken oder Lammfell-Schühchen wärmen die kleinen Füße des Traglings
  • Anzug: Wolle eignet sich sehr gut als Material für die Überbekleidung, wenn das Kind getragen wird, da es die Wärme reguliert und Feuchtigkeit vom Körper ableitet. Wollfleece ist sehr weich und trägt nicht dick auf. Wollwalk ist etwas steifer, dafür aber winddicht. Wollwalkanzüge sind daher optimal, wenn man sein Kind auf seiner eigenen Jacke tragen will.

Zubehör für die warme Übergangszeit und den Sommer

  • Sonnenschutz: Das Kind muss unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Das bedeutet lange, weite und leichte Bekleidung. Textilien mit Seide-Anteil wärmen oder kühlen je nach Bedarf.
  • Sonnenhut: Dieser sollte den kompletten Nackenbereich sowie das Gesicht schützen, ohne aber den Kopf des Kindes aufzuheizen.
  • Sonnencreme: Das Kind muss in denjenigen Körperregionen eingecremt werden, die mit direktem Sonnenlicht in Kontakt kommen.

Tipp: Im Sommer sollte man darauf achten, ausreichend Flüssigkeit mitzuführen.  Stillkinder müssen in der Hitze womöglich häufiger gestillt werden. Kleinkinder müssen regelmäßig mit Wasser hydriert werden.

Babytrage Mei Tai Rücken
Mei Tai Wrap Conversion. Foto: Jenny Johannessen (www.instagram.com/penciltwister/)