Hipster oder Sportler – Welcher Kinderwagen-Typ ihr wirklich seid

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Babywalz
Hipster oder Sportler – Welcher Kinderwagen-Typ ihr wirklich seid
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Angeblich sollen Hundebesitzer und ihre Tiere ja oft eine gewisse Ähnlichkeit haben. Ich ertappe mich ab und zu dabei, derartige Ähnlichkeiten festzustellen. Es ist ein sehr unterhaltsames und zugleich ein etwas komisches kleines Spiel. Meine Nachbarin hat zum Beispiel die gleiche spritzige Kurzhaarfrisur wie ihr kleiner Dackel, und die Haarfarbe passt auch noch. Keine Ahnung ob das Zufall ist, aber für mich sieht es so aus, als ob die beiden den gleichen Frisör haben.

In meinem Wohngebiet habe ich fünf dieser interessanten „Pärchen“ beobachtet, aber nicht zwischen Hund und Besitzer sondern zwischen Eltern und ihren Kinderwagen. Ich treffe sie während der Woche immer mal wieder und stelle immer wieder fest, dass der Kinderwagen erstaunlich gut zu der Person passt, die ihn schiebt. Ein wenig so, wie der Hund meiner Nachbarin irgendwie gut zum Frauchen passt.
Nachdem ich mir hierzu immer wieder so meine Gedanken gemacht habe, kam in mir langsam die Idee, welcher Kinderwagen-Typ ich selbst bin. Ich lasse das hier zunächst mal offen aber vielleicht erkennt ihr euch ja in einem der fünf folgenden Typen wieder.

Typ 1: Der Hipster-Dad

Der Hipster-Dad in meinem Viertel sitzt in der Regel vor unserem Café um die Ecke. Seine lässige Haltung wird von seinem schicken Outfit unterstrichen. Der Café Latte in der rechten Hand darf als obligatorisches Accessoire natürlich nicht fehlen – natürlich im Einwegbecher to go. So sitzt er also da, der Hipster-Dad, auf seiner Bank vor seinem Stamm-Café und genießt die städtische Szenerie. Während das Kind im Wagen schläft, liest er seine Bücher auf seinem IPad. Außerdem kann er hier alle gut beobachten und alle können ihn sehen.
Er fährt einen stylischen Stadt-Kinderwagen, der schmal genug ist, um geschickt durch Menschenmengen zu navigieren. Gleichzeitig ist er aber robust genug, um auch Ausflüge ins Gelände unternehmen zu können, wenn es im Sommer an die Alsterwiesen gehen soll. Er hat mir mal erzählt, dass er sich den Wagen farblich individuell zusammengestellt hat, denn es war ihm wichtig, dass nicht jeder andere mit dem gleichen Wagen herumfährt.

Typ 2: Die Kita-Abholerin

Mehrmals pro Woche begegne ich der Mutter, die direkt von der Arbeit kommt, um Ihre Tochter von der Kita abzuholen. Sie ist in der Regel elegant und in dunklere Farben gekleidet und sieht ab und zu ein wenig gestresst aus. Ich stelle mir vor, dass sie einen stressigen Job in einer Bank hat. Ich treffe sie manchmal auch auf ihrem Weg zur Kita und habe oft Schwierigkeiten, mit ihrem Tempo mitzuhalten, da sie rasend schnell und zielstrebig zu Fuß unterwegs ist.
Ich sehe sie aber auch recht häufig, nachdem sie ihre Tochter abgeholt hat und schmunzele jedes Mal über den Kinderwagen, den sie sich ausgesucht hat. Sie hat einen schlichten, einfarbigen Buggy, der in fünf Sekunden zusammengeklappt und wieder fahrbereit gemacht werden kann. Er ist elegant, effektiv und funktional und stellt sicher, dass man nie unnötig Zeit mit unnötigem Schnickschnack verschwendet.

Typ 3: Die Sporty-Mom

Die sportliche Mami ist der Typ, auf den ich manchmal ein wenig neidisch bin. Sie sieht immer frisch und fröhlich aus, scheint nie schlaflose Nächte mit einem quengelnden Baby durchstehen zu müssen und grüßt immer ganz lieb. Sie fährt einen 3-rädrigen Jogger-Kinderwagen, der nicht nur super sportlich aussieht, sondern auch zum Joggen zugelassen ist. Ich habe sie nämlich auch schon ein paar Mal joggend an der Alster gespottet. Sie trägt fast immer moderne Sneakers oder Turnschuhe und ist immer sportlich-praktisch angezogen. Obwohl sie das nach aller Wahrscheinlichkeit nicht tut, sieht sie oft so aus, also ob sie jederzeit lossprinten könnte, egal ob mit oder ohne Kinderwagen.

Typ 4: Das klassische Pärchen

Wir kennen alle das Bild vom klassischen Kinderwagen: Nix mit Buggy oder Jogger, hier geht es um einen klassischen, ordentlichen Kinderwagen mit großen Reifen und einer großen Babywanne. Es gibt ja einige Kinderwagen auf dem Markt, die diesem alten Kinderwagentyp nachempfunden sind. Typische Merkmale sind große Räder mit Luftreifen, eine große Babywanne mit voluminösem Sonnenverdeck und ein oft klassisches Gestell aus Metall, gern mit verchromter Optik. Ein besonders nettes Pärchen in unserem Freundeskreis fährt einen solchen Wagen und sie passen genau so gut zum Wagen, wie der Wagen zu Ihnen passt. Beide wirken auf mich sehr ruhig und ausgeglichen, haben ein elegantes Auftreten, sind eher unauffällig gekleidet und legen nicht viel Wert auf das Große Brimborium. Genau so kommt auch ihr Kinderwagen daher: stilvoll, elegant und gerade mit einem ausreichenden Funktionsumfang, der für einen Kinderwagen notwendig und sinnvoll ist – nicht mehr, nicht weniger.

Typ 5: Die Testsiegerkäufer

Testsiegerkäufer nenne ich die Eltern, die mit dem aktuellen Testsieger-Kinderwagen herumspazieren. Hiervon muss es bei uns im Viertel irgendwo ein Nest geben, denn man sieht diese Kinderwagen erstaunlich häufig. Die Eltern selbst kann ich aber keinem speziellen Typ zuordnen – sie machen auf mich auf jeden Fall einen sehr unterschiedlichen Eindruck. Was ich aber feststellen konnte, war, dass die Babys und Kleinkinder alle recht ähnlich ausgestattet waren. Alle haben denselben Kiefergerechten Schnuller an der Schnullerkette hängen, sie tragen hochwertige Kleidung und haben dasselbe pädagogische Spielzeug am Kinderwagen hängen. Diese Eltern recherchieren ganz offensichtlich sehr gründlich, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen, um das beste für Ihr Baby auszusuchen. Und das kann man ihnen ja auch wirklich nicht verübeln.

Und welcher Kinderwagen-Typ bin nun ich?

Ich habe lange überlegt, welchem der 5 oben beschriebenen Typen ich am ehesten entspreche und es ist für mich selbst gar nicht so einfach abzuschätzen. Ich bin mir aber sicher, dass meine Mitmütter mich genauso mit meinem Kinderwagen gepaart haben, wie ich sie mit ihren. Daher überlasse ich es lieber den anderen, mich einzusortieren.
Nur so viel zu mir: Ich habe bis vor kurzem einen Emmaljunga Erstlingswagen durch den Hamburger Großstadtdschungel navigiert. Ein großes Geschütz und in U-Bahnen und Bussen gerade zur Rushhour nicht wirklich gern gesehen. Ich liebte die Federung, den Platz in der Babywanne und die schöne, zeitlose Optik. Mein Mann fluchte dagegen, wie es sein kann, dass ein Kinderwagen praktisch den gesamten Kofferraumplatz in einem VW Passat einnehmen kann, wenn man ihn nicht jedes Mal vollständig auseinandernimmt. Spätestens als mein Sohn nicht mehr liegen sondern sitzen wollte, musste ein neuer Wagen her und er wird nun in einem sportlich, aber dennoch klassischen Kombikinderwagen rumgefahren. Aber wohlgemerkt nicht in selbst ausgesuchten Farben – dafür bin ich dann wohl doch nicht Hipster genug 😉